Unsere Geschichte
Die Aareal Bank Gruppe im Wandel der Zeit
Neue Zeiten erfordern neue Antworten. Die Aareal Bank Gruppe und ihre Vorläuferinstitute haben sich in ihrer Geschichte immer wieder auf neue Rahmenbedingungen eingestellt und Veränderungen zu ihrem Vorteil genutzt – diese Flexibilität ist bis heute unser Markenzeichen.
1922 – 1945: Gründungszeit und Zweiter Weltkrieg
Die heutige Aareal Bank AG lässt sich auf zwei Institute zurückführen: die 1922 vom preußischen Staat gegründete Preußische Landespfandbriefanstalt sowie die 1923 von der unternehmerischen Wohnungswirtschaft ins Leben gerufene Deutsche Wohnstättenbank AG, jeweils mit Sitz in Berlin. Die Gründung beider Einrichtungen erfolgt in unruhigen Zeiten: Wirtschaftskrise und Inflation bestimmen die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg; der Wohnungsnotstand ist katastrophal. Zudem hat der Krieg die privaten Vermögen und damit die wichtigste Quelle zur Baufinanzierung aufgezehrt. In dieser Situation sollen die beiden Bankinstitute die Finanzierung des Wohnungsneubaus auf eine erneuerte Grundlage stellen.
Innerhalb weniger Jahre hat sich die Preußische Landespfandbriefanstalt unter den größeren Pfandbriefbanken etabliert. Dennoch wird auch sie 1929 von der Weltwirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen. Während der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933 verliert die Preußische Landespfandbriefanstalt – wie alle Pfandbriefinstitute – erheblich an Bedeutung: Die Reichsregierung erteilt in nur noch sehr geringem Maße Emissionsgenehmigungen, um den Markt für die staatliche Inanspruchnahme offen zu halten. Das Arbeitsfeld der Bank ist damit stark eingeschränkt.
Auch der Zweite Weltkrieg hinterlässt seine Spuren bei der Preußische Landespfandbriefanstalt und der 1926 in Deutsche Bau- und Bodenbank umbenannten Deutsche Wohnstättenbank AG: Der Geschäftsbetrieb stockt erheblich, die Berliner Geschäftshäuser werden teilweise schwer beschädigt und müssen vorübergehend verlagert werden.
1945 – 1968: Wiederaufbau in Nachkriegsdeutschland
Nach Kriegsende steht gerade die Wohnungswirtschaft vor erheblichen Herausforderungen. Die Preußische Landespfandbriefanstalt und die Deutsche Bau- und Bodenbank sind ab 1945 zunächst mitsamt ihren Vermögen der amerikanischen Militärbehörde unterstellt; Neugeschäft ist ihnen nicht gestattet. Erst 1949 kann die Arbeit wieder voll aufgenommen werden – Hauptgeschäftssitze sind inzwischen die westdeutschen Städte Wiesbaden bzw. Mainz.
1954 wird die Preußische Landespfandbriefanstalt eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts unter dem Namen Deutsche Pfandbriefanstalt. Ihr Schwerpunkt liegt in den 1950er- und 1960er-Jahren auf der langfristigen Wohnungsbaufinanzierung. Am Ende der beiden Jahrzehnte hat sich das Institut zu einem der größten Emittenten von Pfandbriefen in Deutschland entwickelt.
Für die Deutsche Bau- und Bodenbank sind die Jahre nach Wiederaufnahme des regulären Geschäftsbetriebs insbesondere von technischen Neuerungen geprägt. Als erstes deutsches Kreditinstitut richtet sie 1957 ein Rechenzentrum zur Verarbeitung ihrer Massenbelege ein und baut diese Pionierrolle in den 1960ern weiter aus.
1968 – 1989: Weichenstellungen
Waren die ersten beiden Jahrzehnte nach Kriegsende vom Wiederaufbau Deutschlands geprägt, so spiegelt sich die am Ende der 1960er-Jahre herrschende Aufbruchstimmung im Land auch in der Entwicklung der Deutsche Pfandbriefanstalt sowie der Deutsche Bau- und Bodenbank wider. Für beide Institute bedeutet das folgende Jahrzehnt eine weitere Phase der Expansion. Die Deutsche Pfandbriefanstalt kann ihre Geschäftstätigkeiten in der Wohnungsbaufinanzierung erheblich ausweiten und ab Mitte der 1970er-Jahre um das ertragreiche Kommunalkreditgeschäft erweitern. Für die Deutsche Bau- und Bodenbank zeichnet sich dieses Jahrzehnt ebenfalls durch stetes Wachstum sowie technische Neuerungen in der Wohnungsverwaltung aus.
1979 übernimmt die Deutsche Pfandbriefanstalt eine Mehrheitsbeteiligung an der Deutsche Bau- und Bodenbank. Das Spezialwissen der Bank schafft eine wichtige Grundlage für das weitere Wachstum der Deutsche Pfandbriefanstalt in den folgenden Jahrzehnten.
1989 – 2001: Privatisierung und Internationalisierung
Im Jahr 1989 wird die bisherige Körperschaft des öffentlichen Rechts in eine Aktiengesellschaft umgewandelt: die Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank AG. 1991 erfolgt der Gang an die Börse – der Grundstein für den Aufbau eines europaweit agierenden Finanz- und Dienstleistungskonzerns ist gelegt.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung partizipiert das nun rein marktwirtschaftlich agierende Institut am enormen Finanzierungsbedarf in den neuen Bundesländern. Wohnungsbau und -sanierung, Stadtentwicklung und Infrastrukturmaßnahmen müssen gemeinsam bewältigt werden – die Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank stellt öffentlichen und privaten Haushalten die dafür nötigen Mittel zur Verfügung.
Auf die Globalisierung der Märkte antwortet die Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank mit einer zunehmend internationalen Ausrichtung ihrer Geschäftstätigkeit. Schwerpunkte sind insbesondere Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. In Amsterdam eröffnet das Institut 1991 die erste Auslandsfiliale, der bis heute zahlreiche weitere folgen. Seit 1998 ist die Bank auch in den USA und Kanada aktiv.
Der Bankbereich IT-Services wird 1997 als eigenständige Tochtergesellschaft BauBoden Systemhaus GmbH ausgegliedert. Zwei Jahre später entsteht daraus ein Konzern mit Holding-Struktur, der nun den Namen DePfa IT Services AG trägt und nun beginnt, international zu expandieren.
Eine tief greifende Umstrukturierung der gesamten Unternehmensgruppe erfolgt schließlich 1999. Die Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank, jetzt DePfa Deutsche Pfandbrief Bank AG, überträgt sämtliche Immobilienaktivitäten operativ auf die seit 1979 integrierte Deutsche Bau- und Bodenbank, die ab sofort unter dem Namen DePfa Bank AG BauBoden arbeitet. Die klare Differenzierung in die Geschäftsbereiche Immobilien- und Staatsfinanzierung erlaubt eine Konzentration auf die jeweiligen Kernkompetenzen und trägt der zunehmenden Nachfrage nach spezialisierten Finanzierungsangeboten Rechnung.
2001/2002: Die Aareal Bank Gruppe entsteht
Ab der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre zeigt sich immer deutlicher, dass das damalige Hypothekenbankgesetz einen zu engen Rahmen für die individuelle Entwicklung der Immobilien- und der Staatfinanzierungsaktivitäten setzt. Cross-Selling-Effekte und Synergien lassen sich nur noch bedingt erzielen. Dies mündet schließlich in der Trennung der DePfa Gruppe in zwei unabhängige und börsennotierte Spezialbanken, die ihre Kernkompetenzen und die Internationalisierung in ihrem jeweiligen Geschäftsfeld gezielt ausbauen können. Im Oktober 2001 stimmen die Aktionäre der strategischen Neuausrichtung der DePfa Gruppe zu. Der mehrstufige Teilungsprozess wird im Juni 2002 abgeschlossen und bringt die Aareal Bank AG mit Sitz in Wiesbaden als Immobilienfinanzierungsspezialisten und die DEPFA BANK plc mit Sitz in Dublin als Staatsfinanzierungsbank hervor. Noch im selben Jahr geht die Aareal Bank AG an die Börse. Auch die IT-Tochtergesellschaft firmiert nun unter neuem Namen: Aareon AG. Diese ist eine hundertprozentige Tochter der Aareal Bank.
Der schwierige Marktverlauf der folgenden Jahre geht auch an der Aareal Bank nicht spurlos vorüber. Dessen ungeachtet stellt sich die Bank mit neuen Produkten und Investitionen offensiv dem Markt. Im Jahr 2005 wird unter dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolf Schumacher auf Grundlage eines „Sechs-Punkte-Programms“ die strategische Neuausrichtung des Instituts eingeleitet. Das ambitionierte Programm umfasst dabei alle externen und internen Aspekte, um dem Konzern seine Position als führender internationaler Immobilienspezialist langfristig zu sichern. Es wird bereits im März 2007 vorzeitig erfolgreich abgeschlossen.
Seit 2006: Die Aareal Bank Gruppe – Stabilität auf zwei Säulen
Seit 2006 konzentriert die Aareal Bank Gruppe ihre Geschäftsaktivitäten in den beiden Segmenten „Strukturierte Immobilienfinanzierungen“ und „Consulting/Dienstleistungen“. Sie ist heute einer der führenden internationalen Immobilienspezialisten für Finanzierung, Beratung und Dienstleistungen in der gewerblichen Immobilien- und Wohnungswirtschaft. Mit ihrem nachhaltigen Geschäftsmodell ist sie sogar in der 2007 beginnenden weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise erfolgreich.
Im Segment Strukturierte Immobilienfinanzierungen begleitet die Aareal Bank im Rahmen einer Drei-Kontinente Strategie nationale und internationale Kunden in Europa, Nordamerika und Asien mit individuellen Finanzierungs- und Beratungsdienstleistungen. Teil des Erfolgsrezepts ist die breite Diversifikation des Immobilienfinanzierungsportfolios, sowohl durch regionale Vielfalt als auch durch unterschiedliche Objektarten.
Im Segment Consulting/Dienstleistungen bietet die Aareal Bank Lösungen für die Wohnungs- und gewerbliche Immobilienwirtschaft sowie für die Energie- und Entsorgungswirtschaft. Diese umfassen spezialisierte Bankdienstleistungen und Electronic Banking sowie die automatisierte Abwicklung von Massenzahlungsverkehr und die Optimierung weiterführender Prozesse. Darüber hinaus bietet sie Beratung, Software und Services für die Optimierung der IT-gestützten Geschäftsprozesse bei Immobilienunternehmen und deren Umfeld. Der Bankbereich Wohnungswirtschaft und die Tochtergesellschaft Aareon AG arbeiten dabei eng zusammen.