Information zur Corporate Governance in der Aareal Bank AG

Die Aareal Bank AG hatte bereits im Jahr 1999, drei Jahre vor Verabschiedung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), einen eigenen Kodex veröffentlicht. Der bankeigene Kodex wird seit 2002 entsprechend der Weiterentwicklung des DCGK unter Maßgabe der jährlichen Entsprechenserklärung fortgeschrieben. Er ist ergänzt um sog. „Erweiterte Grundsätze" in einem separaten Kapitel III, das über die Vorgaben des DCGK hinaus zusätzliche Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten enthält.

Die parallele Fortschreibung des Aareal Bank-Kodex zum DCGK führte bisher zu bürokratischem Aufwand, ohne dass hierdurch eine Verbesserung der Transparenz erreicht wurde. Daher haben Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer Sitzung vom 16. September 2008 beschlossen, künftig der Marktusance zu folgen und ausschließlich im Rahmen der Entsprechenserklärung über die Umsetzung der Regelungen des DCGK zu informieren. Der Aareal Bank-eigene Kodex wird in seiner bisherigen Form nicht weitergeführt.

Die in Kapitel III des bisherigen Aareal Bank-eigenen Kodex enthaltenen „Erweiterten Grundsätze" bestehen aber selbstverständlich fort und bleiben für die Aareal Bank auch in Zukunft bindend. Sie sind nachfolgend aufgeführt:

Erweiterte Grundsätze der Aareal Bank AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Vermeidung von Interessenskonflikten ist für ein Unternehmen, insbesondere für eine Bank, von besonderer Bedeutung. Daher gelten für uns über den deutschen Corporate Governance-Kodex hinaus ergänzende Regelungen:

  1. Die Regelungen über Interessenskonflikte unter 4.3. des Corporate Governance-Kodex der Aareal Bank AG gelten grundsätzlich auch für leitende Konzernmitarbeiter mit der Maßgabe, dass Interessenskonflikte statt dem Aufsichtsrat dem zuständigen Vorgesetzten gegenüber unverzüglich offenzulegen sind bzw. Entscheidungen durch diesen zu erfolgen haben.
  2. Vorstandsmitgliedern und leitenden Konzernmitarbeitern ist es auch außerhalb ihrer dienstlichen Tätigkeit untersagt, für sich oder ihnen nahestehende Personen Geschäfte vorzunehmen, die gegen die Interessen der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen verstoßen. Die Regelungen der Kreditinstitute für Mitarbeitergeschäfte sind unmittelbar anwendbar. Danach haben sich Vorstandsmitglieder und Konzernmitarbeiter insbesondere Transaktionen zu enthalten, die dazu dienen, durch den häufigen Abschluss von Geschäften und Gegengeschäften Vorteile aus sich sehr kurzfristig ergebenden Kurs- und Preisunterschieden zu erzielen (Spekulationsgeschäfte).
  3. a) Vorstand: Alle Geschäfte zwischen dem Unternehmen und Mitarbeitern des Unternehmens einerseits und den Vorstandsmitgliedern sowie ihnen nahestehenden Personen oder ihnen persönlich nahestehenden Unternehmungen andererseits müssen im voraus durch den Aufsichtsrat genehmigt werden. Die Gewährung von Krediten an Vorstandsmitglieder bedarf der Zustimmung aller Vorstandsmitglieder und der Zustimmung des Aufsichtsrats.
    b) Leitende Konzernmitarbeiter: Der vorstehende Absatz 3. a) gilt für leitende Konzernmitarbeiter entsprechend, mit der Maßgabe, dass Geschäfte unter leitenden Konzernmitarbeitern der Genehmigung durch den Vorstand bedürfen. Die Gewährung von Krediten an leitende Konzernmitarbeiter bedarf der Zustimmung aller Vorstandsmitglieder und der Zustimmung des Aufsichtsrats. Soweit Mitarbeiter nicht Mitarbeiter im Sinne des § 15 KWG (Organkredite) sind, ist die Zustimmung aller Vorstandsmitglieder ausreichend.
  4. Aufsichtsratsmitglieder: Aufsichtsratsmitglieder müssen Interessenkonflikte dem Vorstand und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats bzw. seinem Stellvertreter gegenüber offenlegen. Der Aufsichtsratsvorsitzende bzw. sein Stellvertreter entscheidet bei Interessenkonflikten.
  5. Jeder Kauf und Verkauf von Aktien der Gesellschaft sowie ihrer Konzernunternehmen, von Optionen sowie sonstigen Derivaten auf diese durch Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder sollen von diesen nach Vollzug unverzüglich der Gesellschaft bekannt gegeben werden. Die Gesellschaft soll die Mitteilung unverzüglich veröffentlichen.