Aareal Bank Gruppe trotz Covid-19-Belastungen und erfolgreichem De-Risking auch im zweiten Quartal 2020 mit positivem Ergebnis

Wiesbaden, 13. August 2020 – Die Aareal Bank Gruppe hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bisher gut bewältigt und auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein positives Ergebnis erwirtschaftet.

  • Betriebsergebnis in Q2/2020 nach Covid-19-Effekten und einmaliger Ergebnisbelastung aus fortgesetztem, beschleunigtem De-Risking bei 2 Mio. € – auch nach Steuern mit 9 Mio. € schwarze Zahlen
  • Risikovorsorge im zweiten Quartal wegen Covid-19-Effekten auf 48 Mio. € gestiegen (Q2/2019: 23 Mio. €): nicht durch neue Kreditausfälle belastet, beinhaltet vorsorgliche Bewertungsanpassungen und Aufwendungen für erfolgte De-Risking Aktivitäten
  • Zinsüberschuss des zweiten Quartals trotz Auswirkungen des Lockdowns auf Niveau des ersten Quartals 2020
  • Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung zieht nach Lockdown-Monaten April und Mai wieder spürbar an, bei deutlich gestiegenen Margen und niedrigeren LTVs
  • Provisionsüberschuss auf solidem Niveau: IT-Tochter Aareon mit robuster Performance im zweiten Quartal, anhaltende Umsatzdynamik im digitalen Geschäft
  • Verkaufsprozess für Minderheitsbeteiligung an der Aareon läuft planmäßig
  • Jahresprognose für den Konzern bestätigt: deutlich positives Betriebsergebnis weiterhin erreichbar, Größenordnung im mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich erwartet
  • Vorstandsvorsitzender Hermann J. Merkens: „Wir kommen bisher vergleichsweise gut durch die Krise, weil wir aus einer Position der Stärke hineingegangen sind und zusammen mit unseren Kunden wirksame Maßnahmen ergriffen haben, um die wirtschaftlichen Folgen für uns zu begrenzen.“

Wiesbaden, 13. August 2020 – Die Aareal Bank Gruppe hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bisher gut bewältigt und auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis lag im Konzern nach Covid-19 Effekten und Belastungen aus dem Ende Juli kommunizierten fortgesetzten Abbau von Risikopositionen in Italien bei 2 Mio. € (Q2/2019: 61 Mio. €). Das auf die Eigentümer der Aareal Bank AG entfallende Konzernergebnis belief sich auf 9 Mio. €, das den Stammaktionären zugeordnete Konzernergebnis betrug 5 Mio. € (Q2/2019: 37 Mio. €).

Wie für die gesamte Branche stand auch für die Aareal Bank Gruppe das zweite Quartal im Zeichen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Die Risikovorsorge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal auf 48 Mio. € (Q2/2019: 23 Mio. €). Darin enthalten ist auch die Ergebnisbelastung aus dem fortgesetzten Abbau der Italien-Risiken in Höhe von 9 Mio. €, der im Juli erfolgte, aber bereits im zweiten Quartal ergebniswirksam gebucht wurde. Die sonstige Risikovorsorge wurde nicht durch neue Kreditausfälle belastet, sondern spiegelt die aktuelle Bewertung der Kredite und mögliche krisenbedingte Wertveränderungen der zugrundeliegenden Immobilien wider.

Insgesamt ergaben sich in den Positionen Risikovorsorge, Ergebnis aus finanziellen Vermögenwerten fvpl und Sonstiges betriebliches Ergebnis im ersten Halbjahr Belastungen aus Wertminderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie von 107 Mio. €. Damit bewegen sich die Auswirkungen der Krise für die Aareal Bank weiterhin auf einem beherrschbaren Niveau. Darin drückt sich nicht nur die hohe Qualität des Kreditportfolios aus, sondern auch der partnerschaftliche Ansatz, den die Aareal Bank verfolgt, um gemeinsam mit ihren Kunden die Krise bestmöglich zu bewältigen. Im Zuge dessen wurden die Engagements flächendeckend überprüft und die vertraglichen Regelungen an die von den Kunden aktualisierten Geschäftsplänen angepasst. Einen signifikanten Teil der benötigten Liquidität stellten Kunden und Sponsoren aus ihren eigenen Mitteln zur Verfügung. In begrenztem Umfang wurden auch konkrete Unterstützungsmaßnahmen mit den Kunden vereinbart.

Die Aareal Bank wird der neuerlichen Empfehlung der Europäischen Zentralbank vom 28. Juli an die von ihr beaufsichtigten Institute vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten durch die Covid-19-Pandemie folgen und Dividendenzahlungen ebenfalls bis Januar 2021 aussetzen. Vorstand und Aufsichtsrat werden die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten und die Lage zu gegebener Zeit neu bewerten.

Unterdessen hat das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung nach den Lockdown-Monaten April und Mai wieder spürbar angezogen. Es summierte sich im zweiten Quartal auf 1,3 Mrd. €. Im ersten Halbjahr belief sich das Neugeschäftsvolumen auf 2,7 Mrd. € und damit nur auf etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (H1/2019: 3,2 Mrd. €). Das Portfoliovolumen lag per 30. Juni mit 26,3 Mrd. € leicht über dem Stand des Vorquartals und wird im weiteren Jahresverlauf in der oberen Hälfte der Zielspanne von 26 bis 28 Mrd. € erwartet. Die durchschnittlichen Bruttomargen des im zweiten Quartal gezeichneten Neugeschäfts lagen deutlich über der Marke von 200 Basispunkten (vor und nach Währungseffekten) und damit spürbar über Plan bei sehr guten LTVs. Somit konnten die marktbedingt höheren Refinanzierungskosten überkompensiert werden.

Ungeachtet der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie hat die Aareal Bank Gruppe auch im zweiten Quartal ihre strategischen Initiativen weiter konsequent verfolgt – allen voran den im Mai angekündigten strukturierten Verkaufsprozess für eine Minderheitsbeteiligung an der IT-Tochter Aareon. Dieser Prozess läuft planmäßig, bei erwartungsgemäß hohem Interesse seitens potenzieller Käufer. Die Aareon selbst hat sich im operativen Geschäft weiterhin gut behauptet. Trotz leichter Covid-19-bedingter Einbußen liegt der Umsatz im ersten Halbjahr über dem Vorjahreszeitraum, angetrieben vor allem vom weiterhin sehr dynamischen Geschäft mit digitalen Lösungen. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 26 Mio. € trotz Covid-19-Belastungen annähernd wieder das Vorjahresniveau (H1/2019: 29 Mio. €).  

Der Vorstandsvorsitzende Hermann J. Merkens resümierte: „Wir kommen bisher vergleichsweise gut durch die Krise, weil wir aus einer Position der Stärke in diese herausfordernde Zeit gegangen sind und weil wir zusammen mit unseren Kunden wirksame Maßnahmen ergriffen haben, um die wirtschaftlichen Folgen für uns zu begrenzen. Wir begegnen der nach wie vor erheblichen – und zuletzt wieder gestiegenen – Unsicherheit über Dauer und Verlauf der Krise mit einer engen Begleitung unserer Kunden und einer vorausschauenden Vorsorgepolitik. Darüber hinaus konnten wir den im vergangenen Jahr begonnenen beschleunigten Abbau von Risikopositionen erfolgreich fortsetzen, ebenso wie unsere ambitionierte Wachstumsstrategie für die Aareon. Insgesamt sind wir unverändert zuversichtlich, dass die Aareal Bank Gruppe sich unter den gegebenen, sehr herausfordernden Umständen auch in den kommenden Monaten gut behaupten und die Krise meistern wird.“

Erläuterungen zur Konzernertragslage

Der Zinsüberschuss lag im zweiten Quartal 2020 bei 122 Mio. € (Q2/2019: 134 Mio. €; Q1/2020: 123 Mio. €). In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres summierte er sich auf 245 Mio. € (H1/2019: 269 Mio. €). Der Rückgang reflektiert das im Vorjahresvergleich aufgrund der 2019 erfolgreich durchgeführten Aktivitäten für ein beschleunigtes De-Risiking niedrigere Kredit- und Wertpapierportfolio sowie das geringere Neugeschäft in den Covid-19 bedingten Lockdown-Monaten.

Die Risikovorsorge belief sich im Wesentlichen aufgrund der nachteiligen wirtschaftlichen Auswirkungen in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie im zweiten Quartal auf 48 Mio. € (Q2/2019: 23 Mio. €) und im gesamten ersten Halbjahr auf 106 Mio. € (H1/2019: 28 Mio. €). Der Wert des zweiten Quartals beinhaltet keine Belastungen aus neu ausgefallenen Krediten, sondern insbesondere als sogenannter Management Overlay gebildete, modellbasierte Risikovorsorge (20 Mio. €) und wie kommuniziert Effekte aus den im Juli erfolgten De-Risking Aktivitäten (9 Mio. €).

Der Provisionsüberschuss betrug 54 Mio. € (Q2/2019: 57 Mio. €). Für das erste Halbjahr ergab sich insgesamt trotz des leichten Covid-19 bedingten Rückgangs ein Provisionsüberschuss von 111 Mio. € auf Vorjahresniveau (H1/2019: 110 Mio. €).

Das Abgangsergebnis betrug im zweiten Quartal 9 Mio. € (Q2/2019: 11 Mio. €) und im gesamten ersten Halbjahr 16 Mio. € (H1/2019: 27 Mio. €). Es resultierte im Wesentlichen aus marktgetriebenen Effekten aus vorzeitigen Kreditrückzahlungen sowie einem positiven Effekt aus dem Rückkauf von Verbindlichkeiten im Rahmen der Marktpflege.

Das Ergebnis aus finanziellen Vermögenwerten fvpl und aus Sicherungszusammenhängen lag bei insgesamt -16 Mio. € (Q2/2019: -7 Mio. €). Für das erste Halbjahr betrug das Ergebnis insgesamt -5 Mio. € (H1/2019: -1 Mio. €). Es resultierte im Wesentlichen aus Bewertungsanpassungen von ausgefallenen Immobiliendarlehen, die zum Fair Value bewertet und daher im Ergebnis aus Finanzinstrumenten fvpl ausgewiesen werden.

Der Verwaltungsaufwand im Konzern ging durch Kostenersparnisse im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise und trotz steigenden Aufwendungen durch das Wachstum der Aareon im zweiten Quartal auf 109 Mio. € (Q2/2019: 112 Mio. €) und im gesamten ersten Halbjahr auf 238 Mio. € (H1/2019: 256 Mio. €) zurück.

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug im zweiten Quartal wie auch im gesamten ersten Halbjahr  -10 Mio. € (Q2/2019: 1 Mio. €). Hier spiegelt sich insbesondere eine Abschreibung einer Immobilie im Eigenbestand aufgrund von Covid-19 Effekten wider.

Das Konzernbetriebsergebnis betrug im abgelaufenen Quartal 2 Mio. € (Q2/2019: 61 Mio. €). Nach Berücksichtigung von Steuern in Höhe von -7 Mio. € – die Ertragssteuern wurden durch die Aktivierung von latenten Steuern aus nicht genutzten Verlustvorträgen positiv beeinflusst –, betrug das auf die Eigentümer der Aareal Bank AG entfallende Konzernergebnis 9 Mio. € (Q2/2019: 41 Mio. €). Unter der Annahme einer zeitanteiligen Abgrenzung der Nettoverzinsung der AT1-Anleihe ergibt sich ein den Stammaktionären zugeordnetes Konzernergebnis von 5 Mio. € (Q2/2019: 37 Mio. €).

Insgesamt erzielte die Aareal Bank Gruppe in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ein Konzernbetriebsergebnis von 13 Mio. € (H1/2019: 122 Mio. €). Nach Berücksichtigung von Steuern in Höhe von -3 Mio. € und des den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbaren Ergebnisses von 1 Mio. € sowie unter der Annahme einer zeitanteiligen Abgrenzung der Nettoverzinsung der AT1-Anleihe (8 Mio. €) ergab sich ein den Stammaktionären zugeordnetes Konzernergebnis von 7 Mio. € (H1/2019: 72 Mio. €).

Hohe Liquiditätsposition, diversifizierte Refinanzierungsquellen und starke Kapitalausstattung

Die Aareal Bank war auch im zweiten Quartal 2020 sehr gut refinanziert und verfügt sowohl über eine hohe Liquiditätsposition als auch über gut diversifizierte Refinanzierungsquellen. Die Aareal Bank Gruppe konnte im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 0,5 Mrd. € am Kapitalmarkt platzieren. Dabei handelt es sich um 0,4 Mrd. € Senior Preferred und 0,1 Mrd. € Senior Non-Preferred Papiere. Die Aareal Bank hat sich aufgrund der sehr attraktiven Refinanzierungskonditionen zudem am Programm für gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO 3 – Targeted Long-term Refinancing Operations 3) beteiligt und 4,3 Mrd. € im Rahmen des TLTRO 3 aufgenommen.

Die Aareal Bank ist weiterhin sehr solide kapitalisiert. Die harte Kernkapitalquote (CET 1) lag per 30. Juni 2020 bei auch im internationalen Vergleich sehr komfortablen 19,8 %. Die Gesamtkapitalquote belief sich auf 29,5 %. Die unter Berücksichtigung des finalen Rahmenwerks des Baseler Ausschusses ermittelte und für die Kapitalsteuerung relevante harte Kernkapitalquote (geschätzte, sogenannte Basel IV Quote) lag bei 14,2 %.

Ausblick bestätigt: Trotz weiterhin hoher Unsicherheit deutlich positives Ergebnis erreichbar

Auch im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 wird für die Aareal Bank Gruppe – neben den strategischen Initiativen und Maßnahmen im Rahmen von „Aareal Next Level“ und hier insbesondere dem angestrebten Abschluss einer Partnerschaft mit einem Investor für die Aareon – im Vordergrund stehen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gemeinsam mit ihren Kunden bestmöglich zu bewältigen.

Die Aareal Bank geht im laufenden Jahr von einer sich fortsetzenden kontinuierlichen Normalisierung des globalen Wirtschaftsgeschehens mit einer deutlichen Erholung in den Jahren 2021 und 2022 aus. Basierend auf dieser Annahme und nach heutigem Ermessen hält die Aareal Bank Gruppe im Gesamtjahr 2020 ein deutlich positives Betriebsergebnis weiterhin für erreichbar. Dieses sollte sich im mittleren bis oberen zweistelligen Millionenbereich bewegen. Diese Prognose ist im gegenwärtigen Umfeld naturgemäß mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, vor allem mit Blick auf die unterstellte Dauer und Intensität der Krise, das Tempo der Erholung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Kunden sowie auf bestehende bilanzielle und regulatorische Unklarheiten und die Möglichkeit nicht verlässlich vorhersehbarer einzelner Kreditausfälle. Ebenso sind weitere Effekte aus potenziellen De-Risking Maßnahmen nicht enthalten.