- Starke operative Entwicklung, bereinigtes Betriebsergebnis vor strategischen Maßnahmen nach neun Monaten bei 303 Mio. €
- Zusätzliche Risikovorsorge stärkt Resilienz und erhöht strategischen Handlungsspielraum
- Funding-, Liquiditäts- und Kapitalposition weiterhin sehr solide
- Wohnungswirtschaftliche Einlagen steigen erneut auf Rekordwert
- Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung zu guten Risikoertragsprofilen
- Cost-Income-Ratio mit 31 Prozent weiterhin auf sehr gutem Niveau
- Ziel einer bereinigten Eigenkapitalrendite von rund 13 Prozent für 2027 bestätigt
Wiesbaden, 5. November 2026 – Die Aareal Bank hat im dritten Quartal 2026 wesentliche Weichenstellungen vorgenommen, um Risiken beschleunigt abzubauen und damit ihre strategische Flexibilität deutlich zu erhöhen. Auf Basis der weiterhin sehr guten operativen Entwicklung hat sich das Management dazu entschieden, eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 160 Mio. € zu bilden. Entsprechend lag das bereinigte Betriebsergebnis in den ersten neun Monaten bei 143 Mio. € nach 306 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Ohne die aktive, strategische Maßnahme hätte das bereinigte Betriebsergebnis bei 303 Mio. € und damit auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.
„Wir sind mit der starken operativen Entwicklung unserer beiden Geschäftsbereiche sehr zufrieden. Vor diesem Hintergrund haben wir die bewusste Entscheidung getroffen, zusätzliche Risikovorsorge zu bilden. Damit reduzieren wir Risiken in unserem Kreditportfolio weiter und stärken zugleich die Basis für die kommenden Jahre. Dies verschafft der Aareal Bank zusätzliche strategische Flexibilität und bringt uns in eine starke Position, um künftige Chancen zu nutzen – sei es durch anorganisches Wachstum, einen Verkauf oder einen möglichen Börsengang.“
Dr. Christian Ricken, Vorstandsvorsitzender
Mit der zusätzlichen Risikovorsorge schafft die Bank auch die Voraussetzung, bereits ab dem vierten Quartal 2026 wieder normalisierte Risikokosten auszuweisen, trotz erhöhter geopolitischer und makroökonomischer Unsicherheiten. Die zusätzliche Vorsorge reflektiert keine Verschlechterung der aktuellen Qualität des Kreditportfolios. Die Kapital-, Liquiditäts- und Fundingposition der Bank ist ebenfalls weiterhin sehr solide.
Der Zinsüberschuss erhöhte sich in den ersten neun Monaten auf 722 Mio. € (9M 2025: 691 Mio. €). Treiber waren insbesondere das gewachsene Einlagenvolumen sowie ein im Vorjahresvergleich höheres Kreditportfolio. Das Provisionsergebnis belief sich auf -10 Mio. € (9M 2025: 4 Mio. €).
Die Gesamtrisikovorsorge belief sich nach neun Monaten auf 365 Mio. €. Ohne die zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 160 Mio. € lag der Wert bei 205 Mio. € (9M 2025: 190 Mio. €).
Die Aareal Bank hat ihr aktives Management leistungsgestörter Kredite konsequent fortgeführt. Das NPL-Volumen lag per Ende September bei 1,2 Mrd. €. Ziel ist es weiterhin, das Volumen bis Jahresende auf unter 1 Mrd. € (NPL-Quote 3,0 Prozent) und damit nachhaltig auf ein historisch niedriges Niveau zu senken. Die Entwicklung unterstreicht die hohe Qualität des Kreditportfolios und die Wirksamkeit des aktiven Risiko- und Portfoliomanagements.
Der bereinigte Verwaltungsaufwand konnte mit 233 Mio. € nahezu stabil gehalten werden (9M 2025: 229 Mio. €). Hier spiegeln sich eine anhaltend effiziente Kostenkontrolle sowie positive Effekte aus Effizienzmaßnahmen wider. Die Cost-Income-Ratio der Bank lag bei 31 Prozent und damit weiterhin auf einem auch im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau. Die sonstigen Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung beliefen sich auf 29 Mio. € (9M 2025: 30 Mio. €).
Nach Steuern und der Verzinsung der AT1-Anleihe ergab sich ein Nettoergebnis von 34 Mio. € (9M 2025: 173 Mio. €). Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag bei 2,0 Prozent. Ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Risikovorsorge betrug sie 8,0 Prozent (9M 2025: 8,0 Prozent).
Die Kapitalausstattung der Aareal Bank blieb auf einem sehr soliden Niveau. Die Bank verfügt weiterhin über eine komfortable Liquiditätsposition sowie einen guten Zugang zu den Kapitalmärkten. Die harte Kernkapitalquote (Basel IV CET1 Quote fully-phased) lag zum 30.09.2026 bei 15,4 Prozent (31.12.2025: 15,5 Prozent). Die Gesamtkapitalquote (Basel IV fully-phased) belief sich auf 21,2 Prozent (31.12.2025: 21,1 Prozent).
Die Aareal Bank setzte auch in den ersten neun Monaten ihre Refinanzierungsaktivitäten am Kapitalmarkt erfolgreich fort. Insgesamt wurden 2,2 Mrd. € am Kapitalmarkt platziert. Darunter drei Pfandbrief-Benchmark-Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,7 Mrd. €, einschließlich einer GBP-Pfandbrief-Transaktion über 250 Mio. GBP. Eine der Pfandbrief-Benchmark-Transaktionen wurde zudem erstmalig im grünen Format begeben. Sehr erfolgreich verlief auch die Platzierung einer grünen Senior Non-Preferred-Anleihe mit einem Volumen von 300 Mio. €. Die Bank hat mit diesen Transaktionen ihre nachhaltige Refinanzierungsbasis gestärkt und ihre Green-Finance-Aktivitäten konsequent fortgesetzt.
Die Liquiditätsquoten LCR und NSFR lagen mit 185 bzw. 116 Prozent ebenfalls weiterhin auf einem sehr soliden Niveau.
Entwicklung der Geschäftssegmente
Im Segment Banking & Digital Solutions (BDS) erreichten die Einlagen aus der Wohnungswirtschaft im September mit 15,1 Mrd. € erneut einen Höchststand. Dies unterstreicht die Stärke des Einlagengeschäfts von BDS und seine Bedeutung für die stabile Refinanzierung der Gruppe.
Gemeinsam mit Aareon hat BDS zahlreiche Projekte gestartet, um die BK01-Lösung in weitere ERP-Umgebungen zu integrieren. Darüber hinaus baut BDS seine Kooperationen mit ERP-Anbietern im wohnungswirtschaftlichen Umfeld aktiv aus. Mit diesen Initiativen wird das integrierte Transaction-Banking- und Plattformangebot für die Wohnungswirtschaft von BDS weiter gestärkt.
Das durchschnittliche Gesamteinlagenvolumen einschließlich der Retail-Einlagen lag nach neun Monaten bei 17,4 Mrd. € (9M 2025: 17,1 Mrd. €). Der im Segment generierte Zinsüberschuss stieg aufgrund des höheren Einlagenvolumens und guter Margenentwicklung um 12 Prozent auf 193 Mio. € (9M 2025: 172 Mio. €). Die Gebühren- und Provisionserträge lagen nach neun Monaten mit 19,7 Mio. € leicht über dem Vorjahreswert (9M 2025: 19,4 Mio. €).
Das bereinigte Betriebsergebnis erhöhte sich um 20 Prozent auf 115 Mio. € (9M 2025: 96 Mio. €). Damit kombiniert BDS einen wachsenden Ergebnisbeitrag mit einer strategisch wichtigen Rolle bei der Refinanzierung der Gruppe und dem weiteren Ausbau des integrierten Transaction-Banking-Angebots. Mit dem erfolgten Markteintritt in den Niederlanden schafft BDS zudem die Voraussetzungen für gezieltes Wachstum über den deutschen Kernmarkt hinaus.
Im Segment Strukturierte Immobilienfinanzierungen (SPF) verfolgte die Bank weiterhin einen selektiven Ansatz in ihrer Kreditvergabe. Das Volumen von Prolongationen und neu ausgereichten Krediten lag in den ersten neun Monaten bei 6,8 Mrd. € (9M 2025: 8,5 Mrd. €). Der Fokus der Neugeschäftsaktivitäten lag auf Transaktionen in Europa – außerhalb Deutschlands – mit attraktiven Renditen und konservativen Beleihungsausläufen.
Unter anderem stellte die Aareal Bank im dritten Quartal einen grünen Kredit für Proprium Capital Partners in Höhe von 173 Mio. € zur Refinanzierung von zwei hochwertigen Student-Housing-Objekten (Purpose-Built Student Accommodation, PBSA) in Mailand zur Verfügung. Die Gebäude umfassen zusammen knapp 1.200 Betten und sind im Premiumsegment des Marktes positioniert.
Das Immobilienfinanzierungsportfolio belief sich per Ende des dritten Quartals auf 33,3 Mrd. € (31.12.2025: 34,4 Mrd. €; 30.09.2025: 32,9 Mrd. €). Über 50 Prozent davon entfallen auf Portfoliofinanzierungen. Der Rückgang gegenüber dem Jahresende 2025 ist insbesondere auf erhöhte Kreditrückzahlungen zurückzuführen.
Der strategische Umbau des US-Geschäfts wurde konsequent fortgesetzt. Das US-Büroportfolio verringerte sich auf rund 2,3 Mrd. €, das gesamte US-Portfolio auf rund 5,6 Mrd. €. Gleichzeitig wurde die Portfoliostruktur weiter in Richtung Living- und Hospitality-Finanzierungen angepasst.
Ausblick
Aufgrund der Entscheidung des Managements, zusätzliche Risikovorsorge zu bilden, wird für 2026 nunmehr ein bereinigtes Betriebsergebnis von rund 240 Mio. € erwartet. Ohne die zusätzliche Risikovorsorge bleibt die bestehende Prognose für das Gesamtjahr von annähernd 400 Mio. € unverändert. Die Aareal Bank sieht sich aufgrund ihrer starken operativen Entwicklung sowie ihrer soliden Kapital-, Liquiditäts- und Fundingposition für ihre mittelfristige strategische Entwicklung gut aufgestellt. Die Bank bestätigt ihre für 2027 kommunizierten Ziele, darunter eine bereinigte Eigenkapitalrendite von rund 13 Prozent, basierend auf einer standardisierten CET1-Quote (Basel IV fully-phased) von 13,5 Prozent.
Ansprechpartner für Investoren:
Aareal Bank AG – Investor Relations
ir(at)aareal-bank.com
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