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100 Jahre Aareal Bank

Wiesbaden, 1. März 2023 - Die Anfänge – Antwort auf Wohnungsnot und Kreditknappheit in der Weimarer Republik

Wiesbaden, 1. März 2023 - Am 20. Juli 1923 wurde in Berlin die Deutsche WohnstättenBank AG als gemeinnütziges Institut gegründet, um der Bau- und Wohnungswirtschaft dringend benötigte Kreditmittel zur Verfügung zu stellen. Zwischen den beiden Weltkriegen wirkte das Institut, ab 1926 unter dem Namen Deutsche Bau- und Bodenbank AG, an der Finanzierung von über einer Million öffentlicher geförderter Wohnungen mit. Trotz der unsicheren Zeiten und des riskanten Geschäfts, agierte die Bank dabei wirtschaftlich erfolgreich.

1935 gab die Bau- und Bodenbank ihre Gemeinnützigkeit auf und verlor ihren sozialpolitischen Charakter. Dennoch blieb die Bank im Rahmen der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Siedlungspolitik zunächst ihren Tätigkeitsschwerpunkten treu. Im Verlauf des Krieges geriet die Bank mehr und mehr in existenzielle Schwierigkeiten, da die Rüstungsproduktion Vorrang hatte vor dem Wohnungsbau. Ende 1944 kam das Geschäft praktisch zum Erliegen.

Neubeginn nach dem zweiten Weltkrieg – das Wirtschaftswunder als Bauwunder

Erst mit der Währungsreform 1948 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 begann für die Bau- und Bodenbank wieder eine Phase des Wachstums, in der sie eine wichtige Rolle in der öffentlichen Förderung und Finanzierung des Wiederaufbaus übernahm. Sie gehörte zu den ausgewählten Instituten, die staatliche Wohnungsbaumittel vergeben durften und sich mit der Zwischenfinanzierung von Bausparverträgen damals ein Alleinstellungsmerkmal im Markt geschaffen hatte.

Um noch effizienter und kostengünstiger arbeiten zu können, wagte die Bank bereits 1957 den Schritt in die elektronische Datenverarbeitung. Eine wahre Pionierleistung war das Angebot, Unternehmen der Wohnungswirtschaft eine zentrale EDV außer Haus anzubieten – Startschuss für die neue Geschäftssparte für IT-Dienstleistungen, aus der später die Tochter Aareon AG sowie das Segment Banking & Digital Solutions hervorgingen.

Nach überstandener Ölkrise Privatisierung, Börsengang und internationale Expansion

Die erste Ölpreiskrise in den 1970er Jahren führte auch zu einer Krise der Wohnungswirtschaft und der sie finanzierenden Banken. Die öffentliche Hand stützte die Bau- und Bodenbank in dieser Zeit mit Darlehen und Bürgschaften.

Nach Überwinden der schwierigen Phase bündelte der Bund seine immobilienbezogenen Bankaktivitäten unter dem Dach der Deutschen Pfandbriefanstalt, die seit 1949 ihren Sitz in Wiesbaden hatte. Die Bau- und Bodenbank wurde eine Tochtergesellschaft, die sich nun stärker dem Klein- und Privatkundengeschäft zuwandte. Zum Jahreswechsel 1989/90 wurde die Deutsche Pfandbriefanstalt in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, im März 1991 folgte der Börsengang der „DePfa“. Die nunmehr privatisierte Bankengruppe expandierte ins Ausland. Parallel dazu wurde die Finanzierung gewerblicher Immobilien vorangetrieben. 2001 trennte sich die Gruppe in zwei unabhängige Spezialbanken und es entstand die börsennotierte Aareal Bank AG für das immobilienbezogene Geschäft inklusive ihrer Tochter Aareon für IT-Dienstleistungen.

Risikobewusstes Handeln zahlt sich in der Krise aus

Im neuen Jahrtausend intensivierte die Aareal Bank das internationale Engagement im gewerblichen Immobilienfinanzierungsgeschäft nochmals deutlich. Zu den seit den 1990er Jahren in Europa und Nordamerika bestehenden Auslandsniederlassungen kamen in rascher Folge weitere hinzu, darunter auch in Asien. Damit war die Aareal Bank nun in mehr als 20 Ländern auf drei Kontinenten vertreten. Doch trotz Expansionsdrang verfolgte das Institut eine risikobewusste und vorausschauende Geschäftspolitik. Das zahlte sich während der Finanzkrise 2007/2008 aus: Auch in diesen Jahren schrieb die Bank schwarze Zahlen.

Diese nachhaltig ausgerichtete Geschäftspolitik wurde 2012 auf ökologische und soziale Aspekte ausgeweitet und in Form einer Nachhaltigkeitsstrategie festgehalten. Im gleichen Jahr trat die Aareal Bank Gruppe dem Global Compact der Vereinten Nationen bei.

Aareal Bank 2023: Partner der Immobilienwirtschaft

Heute hat die Aareal Bank drei Segmente: sie ist internationale Spezialistin für Immobilienfinanzierungen, Hausbank für die Wohnungswirtschaft mit klassischen Bank- und Digitallösungen sowie mit der Aareon Europas führendes Softwareunternehmen für die Immobilienwirtschaft. Zu ihrem 100. Geburtstag ist die Aareal Bank hervorragend aufgestellt, wie Vorstandsvorsitzender Jochen Klösges bekräftigt: „Wir sind Mittelständler und Global Player zugleich, der Bodenständigkeit mit weltweiter Expertise verbindet.“

Aareal Bank AG in Zahlen:

20. Juli 1923   Gründung als Deutsche WohnstättenBank AG in Berlin
1926                Umbenennung in Deutsche Bau- und Bodenbank AG
1949                Sitzverlegung nach Frankfurt/Main
1957                Start des ersten Rechenzentrums in Mainz setzt Fundament für heutige Aareon AG
1979                Mehrheitsübernahme durch die Deutsche Pfandbriefanstalt Hauptsitz: Wiesbaden
2001                Ausgliederung der Aareal Bank mit Tochter Aareon
2002                Börsengang

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